Rezension: Es wird keine Helden geben

[Werbung] Bei diesem Buch handelt es sich um ein Leseexemplar im Rahmen einer Leserunde.

Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet
hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich
passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein
Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund
Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt – aber sie fragt sich, ob
das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen
überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an
der Katastrophe?

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© privat

Anna Seidl, 1995 in Freising/Bayern geboren, dachte sich schon als
Schulkind eigene Geschichten aus. Heute ist sie freie Autorin und lebt
mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Frankfurt.

„Es wird keine Helden geben“  ist der Debütroman von Anna Seidl.
Miriam hätte an diesem Tag vielleicht verschlafen und wäre
nicht zur Schule, wenn ihr Freund Tobi ihr keine SMS geschickt hätte. So nimmt
alles seinen Lauf. Miriam ist mit ihrer Freundin Joanne im Schulgebäude
unterwegs, als sie einen Schuss hört. Zusammen mit einem Jungen verstecken sie
sich im Jungenklo vor dem Amokläufer. Als dieser immer näher kommt, haben die
beiden noch die Kraft sich in einer Klokabine zu verstecken,  jedoch lassen sie den Jungen zurück.
Aus der Ich-Perspektive erzählt Miriam ihre Geschichte.
Dabei erfährt der Leser wie sie sich fühlt, was ihr für Gedanken durch den Kopf
gehen und auch ab und an etwas über ihre Vergangenheit. Durch die vielen kurzen
Sätze werden Miriams Eindrücke noch unterstrichen. Der Leser kann sich in
Miriam einfühlen, auch wenn er nicht ganz erfassen mag, was sie wirklich fühlt.
Miriam entwickelt sich langsam aber stetig weiter. Sie kann eine neue Beziehung
zu ihrer Mutter aufbauen und lernt das Leben wieder zu lieben.
Miriam muss nicht nur mit ihren Veränderungen leben, sondern
auch damit wie ihre besten Freundinnen mit der Situation umgehen. Eine reist
alle Brücken ab und reist zu ihrer Tante, eine Wählt die Ablenkung durch Drogen,
eine hält es nicht aus, daran Schuld zu sein, weil sie den Täter mit gemobbt
hat.
Im Laufe des Buches stellt sich Miriam Fragen wie: Was ist
der Sinn des Lebens? Warum haben wir ihn gemobbt? Wie hat er sich wohl gefühlt?
… Dies regt auch den Leser an, über dies nachzudenken und das weit über das
Buch hinaus.
Ich bin froh, dass ich das Buch bei Lovelybooks gewonnen
habe. Es hat mich von der ersten Seite gepackt und emotional getroffen. Die
Kälte und Einsamkeit, aber auch die Wut von Miriam konnte ich miterleben, auch
wenn es ihr weit schlimmer ging. Taschentücher musste ich auch unbedingt zur
Hand haben. Als das Buch zu Ende war konnte ich es nicht einfach ins Regal
stellen wie andere, sondern musste drüber nachdenken und auch über mein Leben.
Deswegen gibt es 5 von 5 Wölfen.

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