Rezension: Die Tochter der Himmelsscheibe

 
Quelle:www.Piper-Fantasy.de

Titel: Die Tochter der Himmelsscheibe
Autor: Wolfgang Hohlbein
Verlag: Piper
Seitenanzahl: 944
Preis: € 11,95 [D], € 12,30 [A]
ISBN: 9783492266253
Internetseite

 
Die Welt geht in einem Feuersturm unter. Die junge Arri
und ihre Mutter können gerade noch ihr Leben und ein geheimnisvolles
Schwert retten, das härter als jede Bronzewaffe ist. Die Flüchtlinge
werden in einem Pfahldorf aufgenommen, doch schnell entbrennt ein
gefährlicher Konflikt um das Schwert. Der Hohepriester von Goseg
versucht mit allen Mitteln, das Geheimnis der Waffe zu ergründen. Und
als Fremde das Dorf angreifen, ahnt Arri, dass das Schwert und sein
mysteriös verzierter Griff eine Bedeutung haben, deren Tragweite niemand
geahnt hat …
(Klappentext)

Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren. Er begann schon früh
an Geschichten zu schreiben. 1974 Heiratet er seine Frau Heike.  Sie
gibt ihm viele Ideen für seine Bücher. So entstand auch Märchenmond. Mit
diesem Buch gelang ihm der Durchbruch. Bis jetzt hat er viele Kinder-
und Jugendbücher verfasst, aber auch Romane für Erwachsene. Diese auch
mit anderen Autoren.
Er selber möchte mit seinen Werken keine moralischen Botschaften vermitteln sondern unterhalten.
Im Laufe der Zeit ist er zum meistgelesenen und erfolgreichstem Fantasy-Autor im deutschsprachigen Raum geworden.
Mehr kann man hier nach lesen.

Quellen: 
1) http://www.hohlbein.net/neu/autor.php
2)http://denise.martong.net/hohlbein/lebenslauf.php


Die Tochter der Himmelsscheibe von Wolfgang Hohlbein, basiert auf einem Fund
einer Himmelsscheibe in der Nähe der mitteldeutschen Stadt Nebra und erzählt
aus der Bronzezeit.

Lea hat musste mit ihrer Tochter aus der Heimat fliehen,
weil diese in einem Feuersturm untergegangen ist. Beide haben in einem Dorf im
Gebiet Goseng eine neue Bleibe gefunden. Lea hat ihr Wissen über Heilkunde,
Aussaat, Jagd, Schmiedekunst und anderes, eingesetzt um den Bewohnern zu
helfen. Sie hat ihr Wissen allerdings nicht geteilt. Dies und die Tatsache dass
eine Frau ein Schwert im Hause hat, gefällt dem Dorfpriester Sarn so gar nicht.
Er legt Lea so oft es geht Steine in den Weg und versucht die Geheimisse Leas
zu ergründen. Denn das Schwert ist kein Bronzeschwert, so wie die damaligen
alle, es ist um einiges härter und leichter.
Eines Tageskommt der Hohepriester und Herrscher von Goseng,
Nor, und verlangt von ihr ihr Wissen offen zu legen. Von da an ändert sich das
Leben von Arri. Ihre Mutter weiht sie in Stück für Stück in ihr Wissen ein,
plant ihre Abreise und macht Arri klar dass sie langsam erwachsen wird.
Die Geschichte ist aus Arris Sicht geschrieben. So kann man
sich gut in sie und ihre Gefühle reinversetzten. Arri ist zu Anfang noch ein
Kind. Zum Anfang der Geschichte streift Arri durchs Dorf, sie ist dort
aufgewachsen und kennt sich aus, der Leser hingegen bekommt keinen
Gesamteindruck sondern nur Puzzlestücke. So ist es auch als Nor das erste Mal
in Erscheinung tritt. Er wird im Laufe des Gespräches beschrieben. Arri sieht
ihre Mutter als unfehlbar und das Beste was dem Dorf passiert ist. Im Verlauf
der Geschichte muss sie sich mit dem Erwachsen werden auseinander setzen. Damit
das ihre kindlichen Vorstellungen über ihre Mutter nicht alles sind was ihre
Mutter ausmacht, mit Gefühlen Männern gegen über, dass Mütter nerven können und
man es doch besser weiß, rebelliert gegen ihre Mutter, gegen andere
Dorfbewohner wie Rahn, … einfach alles was man als Mädchen in der Pubertät
eben durch macht.  
Lea ist eine Frau die vieles verloren hat, ihre Heimat ihren
Mann, ihre Familie. Geblieben ist ihr nur ihre Tochter, ihr Schwert und ihr
Wissen. Lea versucht die Menschen und ihre Lebensweise zu verbessern. Dabei
begeht sie den Fehler die Menschen zu unterschätzen, was ihr und Arri auch noch
teuer zu stehen bekommt. Sie ist sehr um das Wohl ihrer Tochter bedacht, aber
auch daran das ihr Wissen in die richtigen Hände kommt.
Auch die anderen Figuren sind gut ausgestattet. Im ersten
Blick verlässt man sich auf die Sicht von Arri und Lea, aber mit der Zeit merkt
man, dass sie wesentlich Komplexer sind. Ein Beispiel ist Sarn. Er erscheint
als intriganter Dorfpriester, der seine Macht und Sein Ansehen schwinden sieht.
Am Ende jedoch geht seine Intrige weitaus große Wege und er ist erfolgreich.
Rahn wird von Arri als dummer Fischer gesehen. Lea hält ihn
schon für intelligenter als ihre Tochter es tut, aber auch sie schätzt ihn
nicht richtig ein. Er ist den beiden zwar oft ein Hindernis, aber steht zum
Schluss hinter den beiden.
Wolfgang Hohlbein versteht es die Spannung aufzubauen und zu
halten. Mit Nors eintreffen zieht sich die Schlinge um Lea und Arri zusammen.
Man möchte Leas Geheimnis erfahren, fiebert mit Arri mit, wenn fern ab des
Dorfes unterrichtet wird, ist gebannt was Sarn vorhat. Richtig spannend wird es
wenn Lea mit Arri zu ihren Freunden reist. Dies ist ein Höhepunkt. Herr Hohlbein
hält die Spannung danach noch weiter hoch und das ganze gipfelt dann zum Ende
der Geschichte. Manche Sachen im Verlauf der Geschichte sind jedoch vorhersehbar.
Man weiß vor Arri schon das Lea Kron mit Hilfe von Achk zum Schied machen
möchte oder das die Krieger die Kron und seine Brüder angegriffen haben, kein
Unheil bringen. Das nimmt zum Teil etwas der Spannung trägt aber auch dazu bei
sich Leas Sichtweise zu nähern und dann überrascht zu sein wenn der an oder
andere sein wahres Gesicht zeigt. Was nicht ganz gelungen ist, dass teilweise
im Laufe eines Gespräches oder kurz hinter einander folgende Ereignisse Wiederholungen
zu lesen sind. Es handelt sich nicht um einen Ausdruck den eine Figur ständig
sagt, sondern trägt dazu bei die Geschehnisse zu beschreiben. Zum einen wenn
Arri die Pferde das erste und das zweite Mal sieht, aber auch als Dragosz Arri
von der ersten Begegnung mit Lea erzählt.

    Es hat eine Weile gedauert bis ich mich eingelesen hatte. Zu
    Anfang viel es mir schwer das Puzzle an Informationen zusammen zusetzen. Wenn
    ich eine Kurze Beschreibung einer Person bekomme, in dem Fall hier von Nor, und
    mitten drin erfahre, dass er einen Stock hat, verändert sich das Bild im Kopf.
    Ich habe lieber gleich alle wichtigen Infos um mir ein Bild zu machen wenn dann
    noch zusätzliche hinzukommen schon. Aber ein Mann der am Stock geht macht ein
    anderes Bild als einer der ihn selbst im Alter nicht braucht. Auch über die
    Wiederholungen bin  ich ins Stocken geraten. Sonst jedoch finde ich den
    Spannungsbogen, der sich von Anfang bis Ende gehalten hat, echt super. Solange
    ich bei den ersten 150 bis 200 Seiten auch gebraucht habe, so schnell war auch
    auf den letzten 200 Seiten. Das Leben in dem Dorf und in dem Zeitalter ist gut
    geschildet und auch das Wissen der Hochkultur ist schön eingebunden worden. Es
    ist nur zu empfehlen. Deswegen und weil es doch ein paar kleine Abzüge gibt es
    4 1/2 Sterne von mir für „Die Tochter der Himmelscheibe“.

    • Die Kriegerin der Himmelsscheibe, ISBN 9783492702225
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