Rezension: Ricky Meinhardt – Einsamer Wahn

[Werbung] Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar.

 Ricky Meinfeldt ist reich, hat alles, was man sich für Geld kaufen kann.
Aber er ist unglücklich.
Nach einem tragischen Vorfall in seiner Familie, kommt er in ein Heim,
bis er von einem reichen Ehepaar, das selbst keine Kinder bekommen kann,
adoptiert wird. Er wächst wohlbehütet und in Luxus auf. Vorbelastet
durch seine Vergangenheit und die Gewalt, die ihm als Kind zuteil wurde,
wird er im goldenen Käfig nie selbstbewusst. Seine angeknackste Psyche
bekommt weitere Risse, als seine Adoptiveltern sterben und er plötzlich
auf sich alleine gestellt ist. Das ist erst der Anfang einer Kette von
Ereignissen, die Richard an den Rand des Wahnsinns treiben. Schließlich
wird er zum Mörder, der kein Entkommen mehr aus dem Abgrund findet.

Verlagsseite…

„Ricky Meinfeldt – Einsamer Wahn“ von Julia
Meyer ist eine dramatische Biographie.

Ricky hat es nicht leicht. Sein Vater
bevorzugt seine Schwester, trinkt und schlägt, bis es zu einem tragischen
Vorfall kommt. Seine Schwester stirbt nach einer Attacke seines Vaters, seine
Mutter wird eingewiesen in eine Psychiatrie und er selbst kommt in eine
Pflegefamilie. Doch wird es nur augenscheinlich besser für ihn. Seine
Erfahrungen bringen ihn dazu zu töten.

Ricky meistert die Situation mit seinem
Vater eigentlich relativ gut. Klar geht es ihm an die Substanz und er versteht
es in seinem Alter noch nicht, doch er stellt sich ganz bewusst gegen seinen
Vater. Er kann aber den Tod seiner Schwester und de Verlust seiner Mutter, nie
wirklich verarbeiten. Durch den Unfall seiner Schwester hat er selbst
Verbrennungen erlitten und ist gekennzeichnet. Seine Pflegefamilie nimmt ihn
zwar gut auf, aber seine anderen Mitmenschen werden ihn mobben und ausgrenzen.

Außer seinen negativen Erfahrungen und
deren Auswirkungen erfährt man nicht viel mehr über Ricky, seine Hobbys, sein
Leben in der Familie etc.

Über seine Mitmenschen erfährt man auch nur
wenig. Seine Pflegeeltern besitzen viel Geld und gehören zur Oberschicht. Doch
was sie ausmacht ist dem Leser nicht transparent. Von Mitschülern, Bekannten
oder anderen bekommt man deren Neid  und
Missgunst mit. Eigentlich sind sie nur „böse“ und mobben Ricky, bis er buchstäblich
den Verstand verliert.

Der Einstieg in die Geschichte ist packend
und fesselnd geschrieben, wenn auch etwas brutal, aber dies scheint seinen
leiblichen Vater auszumachen. Danach folgt eine lange Durststrecke in der
Rickys Lebenslauf mit all den schlechten Erfahrungen runtergerattert wird.
Zwischen drin ist der erst Mord wieder spannend und sein verdrehter Verstand
rückt ehr in den Fokus. Doch ein ganzer Spannungsbogen fehlt leider.

Auch ein paar Logikfehler haben sich
eingeschlichen. Ricky liegt nach dem Unfall seiner Schwester im Krankenhaus.
Dort wird er betreut und die Krankenschwester weißt ihm eine Pflegefamilie zu.
Doch normal müsste sich hier das Jugendamt einschalten und den Jungen auch
betreuen. Es kam zwar ein Psychologe, aber es gab keine langfristige Betreuung.

Der Klappentext weißt daraufhin, dass er in
ein Heim kommt. Doch dies wird im Buch nicht erwähnt. Er kommt vom Krankenhaus
direkt in seine Pflegefamilie.

Im Verlauf entwickelt sich Ricky immer mehr
zu einem Serienmörder. Auch wenn er immer anders mordet und er nicht mit den
Morden in Verdacht gebracht wird, ist es komisch das er so einfach davon kommt.
Zumal er einen Mord als Raubmord darstellt und bei der Verwüstung sicherlich
Spuren hinterlassen hat.

Hinzukommt ein Wechsel der
Erzählperspektiven. Der größte Teil wird aus der Ich-Perspektive vom „jungen“
Ricky erzählt, dann wechselt es zu dem Ricky nach den Ereignissen. Dies ist
zwar durch kursive Schrift markiert, doch warum dieser Wechsel statt findet
entzieht ich dem Leser.

So manche Begebenheiten hätten plastischer
dargestellt werden können um den Leser in die Geschichte zu ziehen. So hätte
man Ricky auch besser verstehen können. Man wird mit kurzen Sätzen und prägnanten
Worten abgespeist.

Was auch auffällt, dass andere Medien
negativ bewerten werden und dabei namentlich genannt werden. So wird über die
Biographie von Natascha Kampusch und private Fernsehsender hergezogen. Dies
stößt Lesern vor den Kopf, die mit diesen Medien viel oder gerne zu tun haben.

Ansonsten ist der
Schreibstil flüssig, leicht zu lesen und an manchen Stellen etwas derbe, aber
er bleibt meist oberflächlich.

Aus Klappentext und anderen Rezis heraus
dachte ich, dass es sich um einen Thriller handelt und war dann sehr verwundert
über diese Biographie. Ein kurzer Austausch mit Julia Meyer stellte, dann klar
warum es ging. Doch bis auf den Anfang und einigen Elementen hat mir das Buch
nicht gefallen. Man hätte viel mehr drauf machen können. Die Logikfehler haben
mich sehr geärgert! Auch wenn der Psychologe oder das Jugendamt nichts hätten
ändern können, wären sie für mich wichtig gewesen.

Deswegen kann ich nur 2 von 5 Wölfen
vergeben.

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