Rezension: Rückkehr der Engel

»Ich kann dir nicht helfen«, flüstere ich. Wenn die Männer uns entdecken, werden sie mich töten und den Engel bei lebendigem Leib rupfen.
Stöhnend dreht er sich auf die Seite und im Licht des Mondes erkenne ich sein Gesicht. Es ist Cassiel. Der Engel, der mir in der Arena bereits zweimal das Leben gerettet hat. Quer über seine nackte Brust verläuft ein tiefer Schnitt. Glas knirscht unter seinem Körper. Am Kopf muss ihn ein Stein getroffen haben, denn die linke Gesichtshälfte ist blutverschmiert und auch sein Haar ist rot gefärbt.
»Moon«, flüstert er. Seine Stimme klingt dünn.
Er erinnert sich an meinen Namen. Ich bin so überrascht, dass ich innehalte und viel zu viel Zeit damit verschwende, ihn anzustarren.
»Lass mich nicht hier liegen.« Lange Wimpern senken sich über seine blauen Augen. »Bitte.«
Ein Engel, der um etwas bittet. Trotzdem kann das nicht sein Ernst sein! Wie stellt er sich das vor? Ich habe schon genug Probleme, da kann ich mir nicht noch einen Engel aufhalsen. Mit gesenktem Kopf stolpere ich davon und lasse ihn liegen.

Im Venedig der Zukunft, besetzt von den Erzengeln und deren himmlischen Heerscharen, führt Moon einen beinahe aussichtslosen Kampf, um ihre Geschwister zu schützen. Ganz auf sich allein gestellt, darf sie niemandem vertrauen, schon gar keinem Engel.

Spannend, romantisch und fantastisch – mit einer starken Heldin, die alles daransetzt, die zu retten, die sie liebt.

Verlagsseite …

„Rückkehr der Engel“ von Marah Woolf ist der erste Teil einer Dystopie-Trilogie.

Die Engel haben die Herrschaft über die Welt übernommen. In Venedig kämpft Moon in der Arena gegen sie, um sich und ihre Geschister ernähren zu können. Doch Engeln darf man nicht vertrauen. Sie suchen nach den Schlüsselträgerinnen um das Ende der Welt einzuläuten.

Moon deAngelis ist mit ihren achtzehn Jahren eine richtige Kämpferin. Ihre Mutter hat sie im kämpfen unterrichtet, bevor sie sie, ihre Zwillingsschwester und ihren kleinen Bruder verlassen hat. Ihr Vater ist gestorben. Seit ihrem 15ten Lebensjahr kämpft Moon nun einmal in der Woche gegen die Engel in der Arena, um vom Preisgeld das Überleben ihrer Familie zu sichern.

Alessio ist Moons bester Freund und wohnt mit ihr und ihren Geschwistern in der alten Bibliothek. Er ist Arzt und hilft wo er kann. Es gibt auch einige Engel, die eine wichtige Rolle spielen. Der Charakter, sei es Engel oder Mensch, spielt hier so seine Rolle und ist verdammt gut gestaltet. Man merkt, dass die Autorin sehr viel Herzblut in sie gesteckt hat.

Es ist das Vendig der Zukunft. Die Engel suche Schlüsselträgerinnen um das Paradies zu öffnen. Die Herrschaft der Engel ist alles andere als friedlich und gloreich. Am Anfang sind viele Menschen gestorben. Venedig ist eine zeitlang vom Rest der Welt abgeschnitten. Die Menschen leiden unter den Engeln. Es gibt ein paar Machthungrige, die sich den Engeln angeschlossen haben und ihre Herrschaft verwalten.

Marah Woolf verbindet hier wieder gekonnt Mythen mit einer fantastischen Geschichte rund um Famile, Liebe, Überleben, Gerechtigkeit, Macht und Mut. Die auch gar nicht so ist, wie man sie erwartet. Zum einen sind die Engel schonmal ganz anders und gibt es schöne spannende Wendungen, die den Leser den Atem anhalten lassen.

Das Cover zeigt das Gesicht einer jungen Frau, davor ist ein Flügel zu erkennen. Die Lippen und der Flügel sind in Rosatönen gehalten. Sonst ist das Cover eher schlicht.

Von Marah Woolf habe ich schon einiges gelesen und war gespannt, als sie sich an die Engelmythologie gewagt hat. Mich hat das ganze schon sehr neugierig gemacht. Denn ich wollte wissen, ob Moon ihre Kämpfe überlebt und ob sie nicht gar eine der Schlüsselträgerinnen ist. Dennoch hat mit an der ein oder anderen Stelle etwas gefehlt und ich konnte nicht so ganz in die Charaktere eintauchen.

Deswegen gibt es 4 von 5 Wölfen.

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